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Montag, 17. Januar 2011

Bolivien im Schnelldurchlauf – ein wunderbarer Urlaub :)


Unsere Reise begann bereits mit einem sehr glücklichen Zufall. Nämlich mit dem, dass ich es tatsächlich schaffte Vicky in Santa Cruz am Flughafen abzuholen. Hätte ich einen Tag später fahren wollen wäre ich nie aus Sucre weggekommen, da die Regierung die Benzinpreise über Nacht mehr als verdoppelte, was zu Streiks und einigem Chaos führte. Dank meiner weisen Voraussicht konnte ich Vicky dann als kleine Überraschung schon in Santa Cruz empfangen. Hier blieben wir dann zwangsweise einen Tag länger als geplant, da unser Flug verschoben wurde. Dann ging es aber doch nach Sucre wo wir Silvester feierten und uns die Stadt anschauten. Hierzu gehörte auch ein Museumsbesuch im Casa de la Libertad der allerdings ein wenig kürzer als geplant ausfiel. Auf einmal wurden wir vor die Tür gesetzt und der Grund war auch gleich sichtbar. Ein Protestzug gegen die Benzinpreiserhöhung mit Böllern und Todeswünschen für den Präsidenten. Diese befand sich zu der Zeit allerdings in Venezuela.
Von Sucre aus fuhren wir nach Potosí wo uns die Höhe von 4000m doch deutlich zu schaffen machte. Hier besuchten wir eine heiße Quelle und besichtigen die Silberminen. Hier wurden seit der Kolonialisierung mehr als 70 000 Tonnen Silber gefördert, was acht Millionen Indigene das Leben kostete. Hier wird auch heutzutage noch unter harten und altmodischen Bedingungen gearbeitet. Potosí ist nebenbei der einzige Ort der Welt an dem Normalsterbliche legal Dynamit kaufen können.
Zurück nach Sucre und von da aus per Flieger nach La Paz. Hier unternahmen wir zunächst nicht viel, denn ich lag mit Fieber im Bett. Über Nacht kam dann allerdings die Wunderheilung und so ging es wie geplant auf die Isla del Sol, wo wir unter ständiger Atemnot wanderten und uns zum Abschluss einfach mal an den Strand legten. Außerdem sorgten Macho und die kleinen Hundewelpen für jede Menge Spaß :)
Von La Paz aus besichtigten wir dann noch Tiwanaku. Den heiligsten Ort der Tiwanaku-Kultur, welche sozusagen die Vorgänger der Inka waren. In jedem Reiseführer wärmstens empfohlen und auch definitiv interessant. Zur Not ließe sich auf diesen Abstecher allerdings auch verzichten.
Die letzten Tage verbrachten wir in Santa Cruz. Hier war es einfach nur unglaublich heiß, wodurch man für den Pool im Hostel umso dankbarer ist. Im Casa del Camba standen dann: Lomo, Würstchen, Leberwurst, Leber, Herz, Darm, Speiseröhre und Euter auf der Speisekarte. Alles ganz interessant, jedoch auch nicht verwunderlich, dass die Mehrheit der Menschheit an so etwas eher weniger Geschmack findet. Zum Abschluss wollten wir noch eine der berühmten Lagunen um Santa Cruz besuchen. Nach einer mittleren Odyssee landeten wir schließlich im „Aqualand“, einem schicken Wasserpark vor den Toren von Santa Cruz mit Rutschen, Wellenbad und allem was dazugehört. Nicht ganz was wir uns vorgestellt hatten, aber auch nicht schlecht ;).
Dann war der Tag des Abschieds auch schon gekommen und der Himmel über Bolivien weinte.
Vicky ist nach fast zweitägiger Reise wieder sicher Zuhause und auch ich habe es mit einiger Verspätung wieder nach Sucre geschafft. Es war eine wunderschöne Reise. Es hat Spaß gemacht Vicky „mein“ Bolivien zu zeigen und ich freue mich schon darauf Mama, Katrin und Basti hier zu empfangen. Wer mehr über unsere Reise wissen will, der muss Vicky persönlich ausquetschen ;)
Bis bald und viele Grüße.
Euer untch