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Montag, 27. Dezember 2010

Großes Jubiläum und Weihnachten bei 25 Grad


Präsident Max Steiner
bei seiner Ansprache
zum
zehnjährigen Jubiläum von HI Bolivia



Und Schwupps ist es schon vorbei. Das Weihnachtsfest weit weg von Zuhause, ohne Familie, ohne Freunde, bei 25 Grad. Vorher gab es noch ein paar Tage Seminararbeit mit allen Zivis und den beiden Weltwärtsgruppen hier vor Ort. Es war interessant die Berichte aus den
anderen Einsatzorten zu hören und auch die historischen wie tagespolitischen Infos von Max hatten es mal wieder in sich. Was außerdem mit Spannung erwartet wurde war die Verkündung
der nächsten Einsatzorte für uns Zivis. Für mich wird es nach Alcalá gehen. Das ist ein kleiner Ort etwa vier bis fünf Stunden von Sucre entfernt. Was meine Arbeit dort genau sein wird kann ich momentan noch nicht sagen und werde es wohl endgültig auch erst vor Ort erfahren. Da wir dann schon mal alle Freiwilligen unter einem Dach hatten wurden die Abende natürlich genutzt. Es wurde gefeiert bis zum Abwinken.
Zum Ende des Seminars stand noch ein Höhepunkt an: Die 10-Jahresfeier von Hostelling International Bolivia. Es war sehr festlich und die Veranstaltung wurde mit der Anwesenheit vieler wichtiger Persönlichkeiten beehrt. Als Gegenleistung fürs Schickmachen und Bravsein gab es für alle ein riesiges Festessen mit jeder Menge Gegrilltem.
Nach Ende des Seminars standen dann schon die Weihnachtsvorbereitungen an. Plastikweihnachtsbaum abstauben und aufstellen, kochen, kochen und nochmals kochen, Wichtelgeschenke kaufen usw. Nur die Weihnachtsstimmung ließ ein wenig zu wünschen übrig. Am Heiligabend bekamen wir das Heimweh dann doch alle zu spüren, doch als es dann tatsächlich Abend wurde war es doch feierlich und schön. Das Buffet ließ keinen Wunsch offen, die Wichtelgeschenke sorgten für jede Menge Spaß und auch die Weihnachtsmesse war interessant. Lediglich die anschließende Feststellung, dass unsere Stammbar zuhatte sorgte bei einigen für einen kleinen Stimmungsdämpfer.
Die restlichen Weihnachtsfeiertage waren geprägt von Reiseplanungen und Aufbruchsstimmung, da sich dann doch noch ein Großteil der Gruppe dazu entschloss über Silvester wegzufahren. Da meine Reise schon lange geplant ist hieß das für mich: Entspannen und auf den Rest meiner "Reisegruppe" warten und genau das mache ich gerade. Hiermit verabschiede ich mich also auch in den Urlaub. An dieser Stelle gibt es dann wohl erst Mitte Januar wieder Neuigkeiten von mir zu lesen. Bis dahin wünsche ich euch allen einen guten Rutsch. Nächstes Jahr hauen wir dann wieder zusammen auf die Kacke.
Euer untch

Montag, 13. Dezember 2010

Schuljahresabschluss, Ruinenbesuche und Rückreise in die Hauptstadt



Mittlerweile sitze ich nach ca. 24-stündiger Reise wieder sicher in Sucre und berichte von meinen letzten drei Wochen auf der Sonneninsel.
Jonas und Benny fuhren bereits Ende November nach Sucre und somit bestritten Martin, Miri und ich die letzten zwei Wochen gemeinsam. Nach ihrer Abreise übernahm ich den Großteil von Bennys und Jonas Unterricht. Die Stunden selbst zu gestalten und zu leiten hat viel Spaß gemacht. In der ersten Woche musste ich hauptsächlich Jahresabschlussprüfungen für Englisch erstellen, im Unterricht schreiben lassen und anschließend korrigieren. Über die Ergebnisse schweige ich mich hier lieber aus. Während meiner letzten Inselwoche war dann nur noch teilweise Unterricht. Am Montag kamen alle Eltern in die Schule und die verschiedenen Klassen führten Tänze vor, es gab viel Musik und auch Sportveranstaltungen, bei denen ein Sportleiter seine Schüler unter anderem durch einen Feuerreifen springen ließ. Am Dienstag war zumindest in der Unterstufe normal Unterricht während die älteren Schüler verschiedene Fächer vorstellten und dies von den Autoritäten (Dorfälteste, Bürgermeister, Schuldirektoren) der Kommune benotet wurde. Dass in Englisch alle gut abschnitten ist nicht weiter verwunderlich. Wer kein Englisch spricht, kann auch die Fehler die gemacht werden nicht bemerken. Die Gerüchte, dass Donnerstag kein Unterricht sei hielten sich hartnäckig, auch wenn sämtliche Lehrer immer wieder betonten, dass ein ganz normaler Schultag bevorstünde. Die Gründlichkeit mit der Mittwochnachmittag die Räume geputzt wurden sprach allerdings deutlich dagegen. Das Ende vom Lied: Donnerstagmorgen, Regen, nur wenige Schüler, keine Lehrer und die Räume blieben natürlich verschlossen. Freitags gab es dann ganz offiziell keinen Unterricht und für die Unterstufe damit Sommerferien. So sahen die Vormittage aus. An den Nachmittagen hieß es: Wasser vom See bringen, Steine im Wald sammeln, Wasser mit Erde zu Schlamm machen, Steine mit Schlamm zu Mauern machen, aus Mauern einen Mülleimer machen. Außerdem durften wir zum Abschluss eines schönen Tages mit Nelson noch einen Baum fällen und ihn zur Schule tragen. Es gibt natürlich Bäume nahe der Schule. Doch wo stand unser Baum? Genau. Ganz oben auf einem Berg. Na danke.
Die Fortschritte waren deutlich zu sehen und die Arbeit zu spüren, als Martin und ich uns am Samstag auf den Weg zu den Ruinen im Süden der Insel machten. Wir starteten bei Regen und später wurden wir wieder von der Sonne gebraten. Der Weg zu den Ruinen im Norden der Insel, die wir schon vor einige Wochen besucht hatten ist deutlich länger und belohnt mit schöneren Aussichten bei denen man bis zum peruanischen Festland sehen kann. Auch sind die Ruinen um einiges größer. Die gut erhaltenen Ruinen im Süden, die wir jetzt besuchten lohnen den Weg aber allemal. Auch einen Abstecher zur Inka-Treppe sollte man machen. Am Fuße der Treppe befindet sich der Brunnen der Inka. Die drei Röhren des Brunnens symbolisieren die drei Grundsätze dieser alten Kultur: Du sollst nicht stehlen, du sollst nicht lügen, du sollst nicht faul sein. Durch das Wasser des Brunnens wird das Gebiet rund um die Treppe zu einer grünen Oase. Zu meiner Abreise war die Insel durch die nächtlichen Gewitter aber im Allgemeinen viel grüner als noch vor einigen Wochen. Ich bin schon gespannt wie die Insel im Januar aussehen wird, wenn Vicky und ich einen Abstecher dorthin machen werden.
Am Sonntagmorgen war es dann Zeit Abschied zu nehmen. Von Klothilde unserem Huhn, von Negra dem hässlichen Hund, von Macho/Wolfgang unserem süßen Kater und eigentlich auch von Highlander unserem coolen Hund. Den hatten wir allerdings seit zwei Tagen nicht gesehen. Natürlich verabschiedete ich mich auch von Sol, Nelson, Martin und Miri und dann ging es los. 24 Stunden Reise nach Copacabana, La Paz und schließlich nach Sucre wo ich Montagmorgen schließlich ankam.
Jetzt werden erst einmal die Vorzüge der Zivilisation genossen. Die lauten: duschen jeden Tag, Internet, ein Bett das nicht ständig voller Sand ist, kaufen können wozu man gerade Lust hat.
Im Laufe der Woche werden alle Freiwilligen hier eintreffen. Dann gibt es drei Tage Seminar in denen wir die bisherigen Erlebnisse aufarbeiten und anschließend feiern wir dann zusammen Weihnachten.
Und dann…endlich, endlich kommt meine Viktoria zu Besuch. Ich freue mich.
Frohe Weihnachten wünscht euch
Euer untch