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Samstag, 4. Juni 2011

Viele Grüße aus der Hängematte und bis bald


Sanft stoße ich mich von der Erde ab. Dann geht es los. Von rechts nach links, hoch und runter, vom Schatten in die Sonne und wieder zurück. So sanft schaukelt und schwankt alles um mich herum. Ab und zu spiegelt sich die Sonne in einer großen blauen Fläche und Vögel sitzen hoch oben in den Kokosnussbäumen. So nehme ich die Welt wahr – aus der Hängematte heraus.

Nach endloser Paukerei ist das Spanischexamen endlich geschrieben. Dann noch rasch zwei Tage Reise, hoch aus La Paz aus 4000m mal eben 16 Stunden mit dem Bus in die „Tieflandhauptstadt“ Boliviens, nach Santa Cruz. Von dort ging es dann noch einmal so viele Stunden mit dem Zug fast bis nach Brasilien. Nach Puerto Quijarro, der bolivianisch-brasilianischen Grenzstadt.

Das Hostel ist ganz schlicht gesagt wunderschön. Vor dem Pool stehen Pavillons die mit Hängematten ausgestattet sind, in denen es sich so wunderbar schaukeln lässt. Von hier aus blickt man direkt auf das Pantanal, das größte Sumpfgebiet der Erde. Das Pantanal befindet sich zum größten Teil auf brasilianischem Gebiet und beherbergt mehr Vogelarten als ganz Europa, Piranhas, Krokodile und noch mehr gefährliche Mitglieder der Tierwelt. Außerdem lässt sich „auf der anderen Seite“ auch schon die erste brasilianische Stadt Corumbá erspähen, wohin sich ein Abstecher zum Feiern durchaus lohnt. Die Grenze ist nicht weit entfernt. Sie ist nicht besonders gut bewacht und doch befindet sich auf der anderen Seite eine andere Welt. Erst mal muss man Geld tauschen, das kennen wir Europäer ja schon fast gar nicht mehr. Man gibt viel bolivianisches Geld und bekommt wenig brasilianisches Geld. Man rollt in einem neueren Taxi über neuere Straßen nach Corumbá. Eine Stadt mit neueren, größeren Häusern, mit jeder Menge deutsche Autos. Dann noch das Gerücht, dass man sich mit Spanisch mehr oder weniger mit den portugiesisch-sprachigen Brasilianern verständigen kann – Pustekuchen.

Mein Einsatzort Puerto Quijarro ca. 1200 Einwohner, wobei die Angaben der Einheimischen stark schwanken. Ein kleiner Ort mit einfachen Häusern, staubigen Straßen und vielen Hunden, mit denen man sich nicht anlegen sollte. Das Spanisch hier unten klingt anders als es die Leute im Hochland sprechen. Schneller, undeutlicher, irgendwie breiter. Da muss man schon mal genauer hinhören um alles zu verstehen. Die Menschen an sich wirken aufgeschlossener. Vielleicht liegt das aber nur daran, dass sie mehr reden.

Einen Großteil meiner Zeit verbringe ich mit der Vorbereitung für das Aufnahmegespräch bei der Henri-Nannen-Schule. Nicht, dass man sich auf einen Wissenstest in dem einfach ALLES drankommen kann perfekt vorbereiten könnte, aber man tut was man kann.

So richtig einleben werde ich mich hier in Puerto Quijarro wohl nicht, denn in ein paar Tagen geht es ja schon los in Richtung Deutschland. Ich hoffe ich werde möglichst viele von euch in den wenigen Tagen zu Hause zu Gesicht bekommen, denn ich freue ich mich schon tierisch auf euch.

Bis ganz bald.

Euer untch