Das war’s also schon. Drei Monate Alcalá, ruck zuck vorbei. Doch in den letzten Tagen war noch Einiges los.
Da war erst einmal eine spektakuläre Wanderung. Einmal um die Berge rum, dann auf die Berge rauf und dann sollte es auch ganz leicht wieder runter gehen. Alcalá war von oben ja schließlich schon zu sehen. Nur blöd, wenn man keinen Weg findet und sich geschlagene zwei Stunden lang, bergab durchs bolivianische Dickicht kämpfen muss. Doch nachdem die Blasen und Kratzer wieder verheilt sind, lässt sich auch über diese Tortur lachen.
Gearbeitet wurde in meiner letzten Woche in Alcalá auch nicht allzu viel, jedenfalls nicht in der Schule. Die Lehrer streikten. Da die Profesores sich also ihre Freizeit mit dem Bau von Straßenblockaden rund um Sucre vertrieben, wo auf Autos die vorbeifahren möchten auch mal Steine geworfen werden und die Polizei gegen die Demonstranten nicht gerade zimperlich vorgeht, konnte ich leider nicht nach Limabamba fahren um mich von allen zu verabschieden. Das muss ich auf jeden Fall nachholen, schließlich hatte ich für meine Schüler schon jede Menge Spiele vorbereitet und mit den Lehrern sollte zum Abschied noch das eine oder andere Bierchen getrunken werden.
Trotzdem mangelte es uns nicht an Beschäftigung. Denn pünktlich zur schulfreien eröffneten wir unseren Spielesalon. Hierhin können die Kinder nachmittags kommen um verschiedene Brettspiele zu spielen. Schon vor einigen Wochen hatten wir angefangen den Raum zu streichen und wurden seitdem von der Dorfjugend mit Fragen gelöchert, was es denn nun endlich losgehe, was für Spiele wir haben werden und, und, und. Bei der Eröffnung rannten uns die Kinder die Bude ein und auch den Rest der Woche ließ der Andrang kaum nach. Der Spielesalon ist ein wirklich schönes und sinnvolles Projekt, was man alleine schon an dem großen Interesse der Kinder sehen kann und wird hoffentlich noch lange Zeit in Alcalá bestehen bleiben. Um dies zu sichern werden allerdings immer wieder Spenden benötigt, denn für die Miete des Raumes, neue Spiele und gelegentliche Renovierungsarbeiten wird immer wieder ein wenig Geld benötigt. Wer dieses Projekt unterstützen möchte, ganz nach dem Motto „Jeder Euro hilft“ kann sich jederzeit bei mir melden. Vielen Dank im Voraus.
Desweiteren konnten wir letzte Woche ein neues Mitglied im Team Alcalá willkommen heißen. Unsere kleine Hündin Malou, in die sogar ich mich direkt bis über beide Ohren verliebt habe, und das als bekennender Katzenfan. In der zweiten Nacht setzte uns die Kleine zwei Haufen ins Zimmer, die so groß waren, dass man erst mal anfing, nach einem größeren Hund Ausschau zu halten der in unserem Zimmer offensichtlich sein Unwesen treiben musste. Doch selbst das konnte uns nicht daran hindern den Hund zu lieben.
Und gerade wo ich mich nach einer Weile so richtig eingelebt habe, voll in meiner Arbeit drin bin, unser Freiwilligen-Team sich eingespielt hat und wir dann auch noch den süßesten Hund der Welt haben, da ruft die Stadt, der Spanischkurs und somit ein neuer Abschnitt meiner Zeit hier in Bolivien. Nach ein paar letzten wunderbaren Tagen mit super Wetter, chillen am Fluss und grillen im Garten hieß es dann endgültig Abschied nehmen.
Doch ich habe gelernt, dass jeder Wechsel auch immer Positives mit sich bringt, wenn man nur das Beste daraus zu machen weiß. Jetzt heißt es also erst mal einen Monat lang noch mal Bücher wälzen, Texte schreiben, Grammatik pauken und zwischendrin, das Stadtleben genießen.
So weit von mir. Viele Grüße in die Heimat.
Euer untch
P.S. Und noch einmal: „Jeder Euro hilft!“ :)