Dieses Blog durchsuchen

Montag, 13. Dezember 2010

Schuljahresabschluss, Ruinenbesuche und Rückreise in die Hauptstadt



Mittlerweile sitze ich nach ca. 24-stündiger Reise wieder sicher in Sucre und berichte von meinen letzten drei Wochen auf der Sonneninsel.
Jonas und Benny fuhren bereits Ende November nach Sucre und somit bestritten Martin, Miri und ich die letzten zwei Wochen gemeinsam. Nach ihrer Abreise übernahm ich den Großteil von Bennys und Jonas Unterricht. Die Stunden selbst zu gestalten und zu leiten hat viel Spaß gemacht. In der ersten Woche musste ich hauptsächlich Jahresabschlussprüfungen für Englisch erstellen, im Unterricht schreiben lassen und anschließend korrigieren. Über die Ergebnisse schweige ich mich hier lieber aus. Während meiner letzten Inselwoche war dann nur noch teilweise Unterricht. Am Montag kamen alle Eltern in die Schule und die verschiedenen Klassen führten Tänze vor, es gab viel Musik und auch Sportveranstaltungen, bei denen ein Sportleiter seine Schüler unter anderem durch einen Feuerreifen springen ließ. Am Dienstag war zumindest in der Unterstufe normal Unterricht während die älteren Schüler verschiedene Fächer vorstellten und dies von den Autoritäten (Dorfälteste, Bürgermeister, Schuldirektoren) der Kommune benotet wurde. Dass in Englisch alle gut abschnitten ist nicht weiter verwunderlich. Wer kein Englisch spricht, kann auch die Fehler die gemacht werden nicht bemerken. Die Gerüchte, dass Donnerstag kein Unterricht sei hielten sich hartnäckig, auch wenn sämtliche Lehrer immer wieder betonten, dass ein ganz normaler Schultag bevorstünde. Die Gründlichkeit mit der Mittwochnachmittag die Räume geputzt wurden sprach allerdings deutlich dagegen. Das Ende vom Lied: Donnerstagmorgen, Regen, nur wenige Schüler, keine Lehrer und die Räume blieben natürlich verschlossen. Freitags gab es dann ganz offiziell keinen Unterricht und für die Unterstufe damit Sommerferien. So sahen die Vormittage aus. An den Nachmittagen hieß es: Wasser vom See bringen, Steine im Wald sammeln, Wasser mit Erde zu Schlamm machen, Steine mit Schlamm zu Mauern machen, aus Mauern einen Mülleimer machen. Außerdem durften wir zum Abschluss eines schönen Tages mit Nelson noch einen Baum fällen und ihn zur Schule tragen. Es gibt natürlich Bäume nahe der Schule. Doch wo stand unser Baum? Genau. Ganz oben auf einem Berg. Na danke.
Die Fortschritte waren deutlich zu sehen und die Arbeit zu spüren, als Martin und ich uns am Samstag auf den Weg zu den Ruinen im Süden der Insel machten. Wir starteten bei Regen und später wurden wir wieder von der Sonne gebraten. Der Weg zu den Ruinen im Norden der Insel, die wir schon vor einige Wochen besucht hatten ist deutlich länger und belohnt mit schöneren Aussichten bei denen man bis zum peruanischen Festland sehen kann. Auch sind die Ruinen um einiges größer. Die gut erhaltenen Ruinen im Süden, die wir jetzt besuchten lohnen den Weg aber allemal. Auch einen Abstecher zur Inka-Treppe sollte man machen. Am Fuße der Treppe befindet sich der Brunnen der Inka. Die drei Röhren des Brunnens symbolisieren die drei Grundsätze dieser alten Kultur: Du sollst nicht stehlen, du sollst nicht lügen, du sollst nicht faul sein. Durch das Wasser des Brunnens wird das Gebiet rund um die Treppe zu einer grünen Oase. Zu meiner Abreise war die Insel durch die nächtlichen Gewitter aber im Allgemeinen viel grüner als noch vor einigen Wochen. Ich bin schon gespannt wie die Insel im Januar aussehen wird, wenn Vicky und ich einen Abstecher dorthin machen werden.
Am Sonntagmorgen war es dann Zeit Abschied zu nehmen. Von Klothilde unserem Huhn, von Negra dem hässlichen Hund, von Macho/Wolfgang unserem süßen Kater und eigentlich auch von Highlander unserem coolen Hund. Den hatten wir allerdings seit zwei Tagen nicht gesehen. Natürlich verabschiedete ich mich auch von Sol, Nelson, Martin und Miri und dann ging es los. 24 Stunden Reise nach Copacabana, La Paz und schließlich nach Sucre wo ich Montagmorgen schließlich ankam.
Jetzt werden erst einmal die Vorzüge der Zivilisation genossen. Die lauten: duschen jeden Tag, Internet, ein Bett das nicht ständig voller Sand ist, kaufen können wozu man gerade Lust hat.
Im Laufe der Woche werden alle Freiwilligen hier eintreffen. Dann gibt es drei Tage Seminar in denen wir die bisherigen Erlebnisse aufarbeiten und anschließend feiern wir dann zusammen Weihnachten.
Und dann…endlich, endlich kommt meine Viktoria zu Besuch. Ich freue mich.
Frohe Weihnachten wünscht euch
Euer untch

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen