Seit fast einem Monat bin ich nun in meinem neuen Einsatzort Alcalá. Dieser liegt etwa fünf Busstunden von Sucre entfernt. Hier leben etwa 800 Menschen. Der Ort ist sehr klein und das Hostel steht direkt an der Plaza und somit in der einzigen asphaltierten Straße. Von unserem Balkon aus haben wir einen wunderschönen Blick auf die Berge, die Kirche und das Treiben im Dorf.
In unserer ersten Woche wollte Don Roger, mein neuer Chef, dass wir uns ein wenig kennen lernen und organisierte Fahrräder um mit uns einen kleinen Ausflug zu machen. Dieser endete allerdings schon nach wenigen Kilometern aufgrund eines irreparablen Plattens am Rad des Chefs höchstpersönlich (siehe Foto). Uns war das sogar ganz lieb, denn unsere Fahrräder quietschten und krachten, so dass wir in Deutschland wohl gar nicht erst aufgestiegen wären.
Hier in Alcalá gibt es einen Garten der Hostelling International gehört wo wir uns ebenfalls die Zeit vertreiben können. Zum Beispiel mit unseren Hühnern die wir seit Neuestem dort halten und die wir uns zum Abschluss unserer Einsatzzeit hier hoffentlich schmecken lassen werden.
Offizieller Schulbeginn war bereits am 01. Februar. Hier in Bolivien heißt das allerdings noch lange nicht, dass die Schule auch beginnt. Viele Schüler müssen momentan noch auf den Feldern mithelfen und können somit nicht zum Unterricht kommen. Auch die Lehrer trudeln zu Beginn lediglich nach und nach ein und ein Stundenplan ist nach fast drei Wochen Schule noch nicht in Sicht. Momentan findet der Unterricht also statt wie es den Lehrern gerade passt. Ab nächster Woche wird sich das hoffentlich ändern.
Etwas anders ist die Situation in Limabamba. Dies ist ein Nachbarort von Alcalá, mit dem Bus etwa 45 Minuten entfernt, wo ich montags und dienstags unterrichte. Hier habe ich bereits wirklich zu tun, denn fast alle Schüler sind da und der Stundenplan wird immerhin gerade konzipiert. Ich unterrichte sechs Klassen in Englisch, womit ich zwei Tage voll beschäftigt bin. Die Nacht verbringe ich im örtlichen Internat und nachmittags wird mit den anderen Lehrern Fußball oder Volleyball gespielt, bevor es am nächsten Mittag wieder zurück nach Alcalá geht. Die Arbeit macht bereits sehr viel Spaß und ich bin gespannt auf die Fortschritte meiner Schüler. Allerdings sollte man niemals große Sprünge erwarten, denn selbst die Klassen die bereits Englisch hatten kommen über einfache Fragen und Antworten noch nicht hinaus. Dies ist auch nicht verwunderlich, bedenkt man, dass Hausaufgaben nie gemacht werden, da die Schüle es einfach nicht gewohnt sind. Dazu sind alle sehr schüchtern und es ist nicht einfach die Schüler zu mündlicher Beteiligung im Unterricht zu bewegen.
Letztes Wochenende haben wir dem etwa zwei Stunden entfernten El Villar einen Besuch abgestattet. Das ist ein weiterer Nachbarort wo ebenfalls Freiwillige im Einsatz sind und einer dieser Freiwilligen hatte Geburtstag. Insgesamt waren wir über zwanzig auf einem Haufen und neben einigen Wasserbombenschlachten waren die Höhepunkte das Schweinschlachten mit dem örtlichen Schuldirektor, sowie das anschließende Festessen. Dazu ein Abend mit jeder Menge Chicha und Pachamama. Nach zwei Tagen purer Feierei machten wir uns todmüde auf den Rückweg nach Alcalá. Die nächste große Party steht uns aber schon bevor: KARNEVAL!!!
Beim nächsten Mal berichte ich also hoffentlich von einem rauschenden südamerikanischen Karneval mit Umzügen, Kostümen, Tanz und mal sehen was uns dabei noch so passiert.
Bis dahin. Viele Grüße
Euer untch
Karneval. Na dann mal viel Spaß da unten! Es kommt mir so vor, als ob dir zu Ehren sehr viele Tiere geschlachtet werden!
AntwortenLöschenNico
FASSENACHT in BOLIVIEN .., das wird bestimmt super!!!
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