Für die meisten klingt es unglaublich aber es ist tatsächlich wahr. Auch ich habe es nicht gewusst bevor ich hierher kam. In Oruro, Bolivien findet jedes Jahr der zweitgrößte Karneval der Welt statt. Diese Gelegenheit ließ ich mir natürlich nicht entgehen.
Am Freitag machten wir uns also auf den Weg Richtung Südwesten, nach Oruro. Mit etwa zwanzig Freiwilligen und einigen bolivianischen Bekannten die uns zeigen sollte wie man in Bolivien so richtig Karneval feiert. Die Strecke, für die man normalerweise etwa acht Stunden braucht kostete uns zehn. Denn in Potosí mussten wir für ein paar kleinere Reparaturen anhalten, nachdem unser rechter Vorderreifen überraschenderweise angefangen hatte zu rauchen. In Bolivien alles kein Grund zur Panik. Nach der erfolgreichen Reparatur wurden wir von den Organisatoren gebeten dem Busfahrer doch bitte ein Bier zu besorgen, doch aus irgendeinem unerfindlichen Grund waren wir davon so gar nicht begeistert und verzichteten auf diese nette Geste.
Etwa um zwei Uhr nachts erreichten wir endlich Oruro. Kaum hatten wir unser Gepäck in unsere Unterkunft geschmissen machten wir uns auf den Weg zur Plaza. Denn wo sonst, sollte die Party sein? Und wir hatten Recht. Die Stadt war noch voller Menschen und bis in die frühen Morgenstunden tanzten wir auf den Straßen Oruros.
Nach ein paar Stunden Schlaf ging die Feierei auch schon weiter. Wir machten uns auf den Weg zum großen Umzug, wo die Menge auf den Tribünen schon ordentlich dabei war zu feiern und sich mit Wasserbomben und Sprühschaum zu bewerfen. Glücklicherweise hatten wir uns schon vorher mit Munition und Regencapes eingedeckt, so dass wir an dem ganzen Spaß teilhaben konnten. Der Umzug war wirklich wunderschön. Aus allen Teilen Boliviens waren Tanzgruppen vertreten welche die verschiedenen Traditionen des Landes präsentierten. So sah man unter anderem Schamanen mit bunten Masken, Inka-Könige ganz in Gold gekleidet und Cholita-Frauen in der traditionellen Tracht des bolivianischen Hochlandes.
Für mich persönlich wurde der ganze Spaß etwas gedämpft, da mir der Sprühschaum in den Augen nicht besonders gut bekam. Somit legten wir erst mal eine kleine Pause in unserer Unterkunft ein. Mit immer noch schmerzenden Augen ging es dann wieder zurück zur Parade. Die Tribünen waren immer noch gerammelt voll und die Tanzgruppen schienen gar kein Ende nehmen zu wollen. Das ganze Spektakel dauerte auch tatsächlich bis in die frühen Morgenstunden an. Währenddessen machten Flo und ich, beide Opfer des mittlerweile verhassten Sprühschaums auf die Suche nach einer noch geöffneten Apotheke um Augentropfen zu kaufen. Anschließend besuchten wir die Fiesta einer Tanzgruppe aus Sucre, in der unter anderem die Tochter meiner Spanischlehrerin Monica tanzt. Da weder Medizin noch Zeit allerdings die Entzündung meiner Augen linderte genoss ich den Spaß nicht allzu lange und machte mich irgendwann auf den Rückweg zu unserer Unterkunft. Am nächsten Morgen verließen wir ein noch ruhiges und schlafendes Oruro Richtung Sucre.
Die Bilanz: Jede Menge Schmerzen, eine gestohlene Kamera, zwei gestohlene Handys und vier gestohlene Portemonnaies, eines davon meins.
Doch trotz alldem ist der Karneval in Oruro mit Sicherheit eine Reise wert und wer die Möglichkeit hat ihn zu besuchen sollte sich diese nicht entgehen lassen.
Repost. Das habe ich so ähnlich schon mal in der OP gelesen! :D
AntwortenLöschenDas hier ist für die überregionalen Leser ;)
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