Gestern Vormittag habe ich beschlossen meinen sonst freien Freitagvormittag nicht zum Ausschlafen zu nutzen, sondern meine Mitfreiwillige Sophie nach Mulacancha zu begleiten. Mulacancha liegt etwa 45 Minuten zu Fuß von Alcalá entfernt und ist kein richtiger Ort, sondern nur eine Schule wohin die Kinder teilweise stundenlang gelaufen kommen, da es in der Umgebung keine Orte gibt, sondern nur vereinzelte Häuser mit den dazugehörigen Feldern. Nach einem Hinweg durch die wunderschöne, blühende Landschaft die uns hier dank der Regenzeit momentan umgibt kamen wir, nachdem wir einige Flüsse durch gewagte Sprünge überwunden hatten, heil an der Schule an. Die Kinder kamen uns schon entgegengerannt, löcherten mich mit Fragen und ehe ich mich versah musste ich erst mal eine Partie Fußball mit den Jungs spielen, was durch meine ausgeprägte Unsportlichkeit zu einigen Konditionsproblemen führte.
Danach ging es dann in den Unterricht. Ausnahmsweise war ich mal nicht im Englischunterricht, sondern in der 1. Und 2. Klasse, wo wir mit den Kindern die Vokale übten. Über das pädagogische Konzept wie den Kindern hier lesen und schreiben beigebracht wird lässt sich streiten. Der Unterricht war aber trotzdem toll. Die Kinder waren meisten voll bei der Sache und wenn man mit ansehen kann wie so ein kleiner Junge mit jedem Mal besser sein „n“ schreibt, dann macht das Freude.
In der Pause fiel das Rückspiel leider ins Wasser, da es wie in Strömen regnete, stattdessen wurden die Kinder mit Fernsehgucken beschäftigt, was Sophie und mir schon ein wenig seltsam vorkam. Nach einer weiteren Stunde Vokale schreiben machten wir uns dann auf den Rückweg. Dieser gestaltete sich allerdings ein wenig schwieriger. Einige Male entgingen wir nur knapp einer Bauchlandung im Matsch und der eine oder andere Fluss, den wir auf dem Hinweg noch lockerleicht überwinden konnten, hatte sich mittlerweile in einen reißenden Strom verwandelt. Am Ende blieb uns nichts anderes übrig, als kurzerhand mit Schuhen durch das knietiefe Wasser zu waten. Aber irgendwie hatten wir auch dabei unseren Spaß, mehr als beim Ausschlafen.
das hört sich wirklich cool an :) hoffe du hast Bilder gemacht! (ist in Bolivien das "n" ein Vokal? ;-))
AntwortenLöschen