Dieses Blog durchsuchen

Freitag, 10. Oktober 2014

Bienvenido a Bolivia

"Kamisaraki", so wird man auf den schwimmenden Inseln begrüßt, die vor Puno im Titicacasee liegen. Das ist Aymara und heißt "Hallo, wie geht's dir?" Die richtige Antwort darauf lautet: "Waliki" - Gut.

Blick auf die schwimmenden Inseln der Uros
Schwimmend heißen die Inseln, weil sie künstlich, aus Schilf angelegt sind. Ihre Bewohner, das Volk der Uros, lebt seit vielen Jahrhunderten auf ihnen. Aus dem Schilf, das im Uferbereich des Sees wächst, müssen sie die Vielzahl an Inseln ständig erneuern, denn das Schilf fault natürlich mit der Zeit von unten her weg.
So leben die mehreren tausend Bewohner der insgesamt 87 Inseln ein einfaches Leben, in dem das Schilf eine zentrale Rolle spielt. Nicht nur die Inseln bestehen daraus, sondern auch ihre Hütten und Boote. Mittlerweile stehen sie dem Tourismus aber sehr aufgeschlossen gegenüber - in Puno kann man keine zwei Meter gehen, ohne eine Tour zu den Inseln angeboten zu kriegen - und versuchen durch die Einnahmen ihren Lebensstandard zu verbessern, etwa durch teure Solarmodule. Auch wenn das Leben auf den Inseln wohl nicht mehr so urtümlich ist, wie es einmal gewesen sein muss, so ist ein Ausflug dorthin doch sehr interessant und eine Hilfe für ihre Bewohner.

Nach zwei Nächten in Puno war es dann endlich soweit: Abfahrt nach Bolivien. Die dreistündige Busfahrt wurde durch eine weitere Stunden Anstehen an der Grenze ein wenig verlängert, doch wir schafften es noch rechtzeitig nach Copacabana, an den vielen Touristenbooten vorbei zur Abfahrt des Bootes der Inselbewohner selbst.
Vicky und Daniel auf der Sonneninsel
Zweieinhalb Stunden kalte und windige Fahrt später gingen wir auf der Isla del Sol an Land und wurden von Don Jorge, dem Vater von Nelson, Daniels ehemaligem Chef auf der Isla, freudig begrüßt. Am nächsten Tag machten wir uns gleich wieder zu Fuß auf die Socken, um die Inka-Ruinen im Norden der Insel zu besuchen, ein wahrlich außergewöhnlicher Ort, um einen schönen Geburtstag zu verbringen, wie Vicky nun zu berichten weiß. 
Der zweite Tag fesselte uns leider durch anhaltenden Regen ans Hostel, doch so ein Ruhetag ist auf solch einer langen Reise auch mal gar nicht so verkehrt und tat unseren Sonnenbränden vom Vortag gut. Nach einem schönen letzten Abend mit Nelson brachen wir am nächsten Morgen in Richtung La Paz auf. Diese fast 4000 Meter hoch gelegene Millionenstadt ist immer wieder aufs Neue beeindruckend und momentan geprägt von den anstehenden Präsidentschaftswahlen am kommenden Sonntag. Parteiumzüge durch die Stadt, Plakate, wo man hinsieht und kaum jemand, der einen nicht auf Präsident Evo Morales anspricht.

Daniel und Nelson beim Abschied von der Isla
Das ist zwar interessant, doch da wir sowieso nicht wählen dürfen, kümmerten wir uns eher um deutsche Angelegenheiten, im Restaurant Reineke Fuchs. Mit Würstchen, Schnitzel, Sauerkraut und Bier ließen wir es uns dort gut gehen - man kann ja nicht immer nur Meerschweinchen essen.

Der nächste Statusbericht folgt demnächst aus der Hauptstadt Sucre, wo wir uns heute Nacht hin chauffieren lassen.

Bis dahin,
Beste Grüße aus La Paz, Bolivia

Vicky und untch



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen