"Das Paris des Südens" - so wird unsere nächste Station in den Reiseführern oft bezeichnet. Tatsächlich finden wir Buenos Aires allerdings viel schöner als Paris. Ein gewisses europäisches Flair lässt sich der Stadt jedoch nicht absprechen, was zu einem großen Teil daran liegt, dass dort einige reiche Europäer ihre teilweise recht verrückten bautechnischen Träume ausgelebt haben. So sieht man zum Beispiel viele Häuser mit kleinen (Leucht)Türmen auf ihren Spitzen, oder ein Gebäude, welches die Handlung von Dantes Göttlicher Komödie widerspiegelt.
| El Ateneo: Buchhandlung mit besonderem Flair |
Doch neben architektonischen Träumen, erfüllen sich hier auch unsere kulinarischen Träume. Guter Rotwein und Steaks nähren uns um einiges besser als es Hühnchen und Reis auf Dauer können. Unser kleines Apartment im Stadtzentrum bietet uns die Möglichkeit so gut wie alle wichtigen Punkte zu Fuß erreichen zu können, zum Beispiel den Hafen, eine Tangoshow im legendären Café Tortoni und natürlich Evitas Grab. Ohne unseren ortskundigen Tourguide wären wir allerdings genau so verloren über den Friedhof geirrt wie dutzende andere Touristen.
In Buenos Aires tritt zudem etwas auf den Plan, was wir im bisherigen Verlauf der Reise kaum wahrgenommen hatten: Bücher. Wo man hinsieht, gibt es in dieser Stadt Bücher, egal ob an kleinen Straßenständen, in den unzähligen Läden, die auch gebrauchte Bücher an- und verkaufen oder in einem wunderbaren Laden, der in einem ehemaligen Theater untergebracht ist. Dort kann man im Saal, auf den Emporen und in den Logen nach Herzenslust stöbern und anschließend auf der Bühne bei einem Kaffee einen Blick in die Bücher werfen.
| Das Viertel Boca mit seinem farbenfrohen Charme |
Tango: Ein weiteres Stichwort das fest mit Buenos Aires verwoben ist. Besonders gelebt wird dieser Tanz in Boca, einem Viertel der Stadt das auch heute noch sehr arm ist, aber mit seinen bunten Häuschen, Restaurants und natürlich der "Bombonera", dem Stadion der berühmten Boca Juniors, viele Touristen (und somit auch uns) anlockt.
Viel zu schnell kommt für uns der Abschied aus dieser schönen Stadt, aber wir kommen mit Sicherheit wieder. Mit unserer letzten langen Busfahrt dieser Reise bewegen wir uns langsam aber sicher Richtung Norden, zu den Wasserfällen von Iguazu und das tun wir ziemlich komfortabel. An Bord des Busses gibt es einen Steward, der uns mit alkoholischen und antialkoholischen Getränken und mehreren Mahlzeiten versorgt. Auch die Auswahl der Filme zeigt sich mit der Vorführung nicht völlig veralteter Martial-Arts-Filme, wie sonst üblich, als gehoben.
| Atemberaubende Aussichten bei den Iguazu-Wasserfällen |
In Puerto Iguazu angekommen, behindert ein Internetausfall zunächst unsere Reise. Denn kein Internet - keine Bankautomaten - kein Geld um zu dem und vorallem in den Nationalpark zu kommen. Aber schnell ist eine Lösung gefunden und wir machen uns auf den Weg um eines der größten Naturspektakel der Welt zu bestaunen. Eine Bootsfahrt lässt uns die breitesten Wasserfälle der Welt aus der Nähe erfahren - und uns pitschnass werden. Aber zum Glück trocknet uns die Sonne schnell wieder. Der Park auf der argentinischen Seite bietet Blicke von oben, unten, rechts und links auf die Wasserfälle und mit jeder Wegbiegung eine weitere atemberaubende Aussicht. Mit diesen Eindrücken verlassen wir Argentinien, um nur wenige Kilometer weiter die Grenze zu unserem letzten Reiseland zu passieren: Brasilien. Ein Land, das uns vor große Herausforderungen stellt, besonders weil wir das erste Mal seit vier Wochen kaum ein Wort verstehen wenn Einheimische mit uns sprechen. Aber dass das größte Land Südamerikas auch sehr schöne Seite hat, erfahrt Ihr in unserem nächsten Eintrag.
Até logo,
Viktoria und untch
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